Zentrum der Genforschung

1996-05-17, Kölner Rundschau

Berichte über geplante Freilandversuche rufen Grünen-Politiker auf den Plan

Die Städte Hürth und Wesseling sollen nach Information der Kölnischen Rundschau zum Schwerpunkt gentechnologischer Projekte in der Region werden. In einem Schreiben von Landrat Wolfgang Bell (SPD) an den Wesselinger Bürgermeister Rüdiger Kibilka (SPD), das unserer Zeitung vorliegt, heißt es wörtlich: "Bereits vor der Entscheidung im Bio-Regio-Wettbewerb stand fest, daß der Erftkreis für Bio- und Gentechnikunternehmen hervorragende Standorte bereithält....

...so Bell, soll ein Areal außerhalb der Werksgrenze für Freisetzungen nach dem Gentechnikgesetz erschlossen werden. "Ich halte dies für eine mutige Entscheidung und bitte Sie um Unterstützung dieses Vorhabens", schreibt Bell dem Wesselinger Bürgermeister...

Zuständig für die Genehmigung von Freisetzungen ist das Robert-Koch-Institut in Berlin. Wie ein Sprecher des Instituts am Nachmittag der "Rundschau" sagte, gibt es neben dem normalen Genehmigungsverfahren auch die Möglichkeit einer vereinfachten Prüfung, wenn dieselben Pflanzen vom selben Betreiber an einem anderen Standort gezüchtet werden sollen. Eine Genehmigung durch das Institut sei dann innerhalb von 15 Tagen möglich. Ein Antrag für das Wesselinger DEA Gelände liege bislang allerdings nicht vor...

>Damit die Versuche nicht wie in der Vergangenheit von Gegnern solcher Experimente vernichtet werden können, wurden die benötigten Felder dem Bericht zufolge von der RWE-Tochter DEA in der Nähe von Köln gepachtet" und sollen vom Werksschutz des Unternehmens bewacht werden....

Die Fraktion der Grünen, die zusammen mit der SPD eine Rathaus-Koalition bildet, forderte die Behandlung des Themas in der kommenden Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses....