Phytowelt setzt auf Wachstum

1998-07-08, Westdeutsche Zeitung

Träger des Gründerpreises 1997 gründete eine Firma / Freilandversuche sind geplant

Der Biochemiker Dr. Peter Welters errang den ersten Preis beim Innovations- und Gründer-Wettbewerb von WZ, Sparkasse Krefeld und Technologiezentrum Niederrhein. Die Jury kann sich bestätigt sehen: Inzwischen wurde er auch zweiter Landessieger bei "StartUp", einem bundesweiten Gründungspreis der Sparkassen, der Unternehmensberatung McKinsey und der Illustrierten "Stern". Damit behauptete sich Welters gegen rund 200 Mitbewerber aus dem Rheinland. Im Juni meldete er sein Unternehmen "Phytowelt" in Nettetal als GmbH an. Zunächst sollen drei Mitarbeiter eingestellt werden. Das Arbeitsfeld der Firma ist die Pflanzen-Biotechnologie. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen soll dieses Know-how helfen. Mittels der Gen-Technik sollen Pflanzen gezüchtet werden, die in Geschmack, Aussehen und Haltbarkeit sowie in Größe und Erntemengen anderen überlegen sind oder sich als ganz neue Sorten durchsetzen.

Welters setzt auf Wachstum: Der Bedarf für Firmen mit molekularbiologischem Know-how zeige sich im Vergleich zum europäischem Ausland und erst recht zu Projekten in Nordamerika. Es gebe einen starken Nachholbedarf aufgrund der bisherigen mangelnden Akzeptanz.

Welters: "Die meisten Projekte in Deutschland bleiben im Stadium der angewandten Forschung stecken (59 Prozent), nur 13% Prozent sind schon in der Entwicklung oder gar in Freilandversuchen."

Im Gegensatz dazu stehe das große Entwicklungspotential der auch international konkurrenzfähigen deutschen Forschung: "Ein Potential, das wir nutzen wollen." "Phytowelt" werde ein Kristallisationspunkt in einer neuen, zukunftsträchtigen Technologie (Wachstumsprognosen in kommenden Jahren bis 30 Prozent und Jahr). Dieses Wissen werde auch anderen Firmen der Region zugute kommen und beitragen, Arbeitsplätze zu sichern oder weitere zu schaffen.

Freilandversuche werde die Firma auf einem zehn Hektar Gelände durchführen, das von dem Unternehmen "DEA" in Wesseling zur Verfügung gestellt wird. Neben kleinen Firmen ohne eigene Labors sind die Pharma-Industrie und die Petro-Chemie an der Arbeit interessiert.